
Wärmeplanung 2026 und die ausgesetzte 65-%-Heizungspflicht – worauf Eigentümer bei der Feuchte achten müssen
Die Wärmeplanungs-Frist 30. Juni 2026 rückt näher – doch die viel zitierte 65-%-Erneuerbare-Pflicht wird mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) bis November 2026 ausgesetzt. Was das für Eigentümer bedeutet – und warum energetische Modernisierung ohne Bauphysik-Konzept trotzdem zum Schimmelrisiko wird.
Viele Eigentümer ziehen ihre Heizungs- und Dämm-Modernisierung gerade vor. Der Grund ist ein Stichtag, der näher rückt – und eine Rechtslage, die sich gerade ändert.
Zum 30. Juni 2026 müssen rund 80 deutsche Städte mit über 100.000 Einwohnern ihren kommunalen Wärmeplan vorlegen; für kleinere Kommunen gilt die Frist bis zum 30. Juni 2028. Lange war dieser Stichtag mit der 65-%-Erneuerbare-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) verknüpft – jede neu eingebaute Heizung sollte dann mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen.
Doch diese starre Vorgabe kommt so nicht: Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen, das das GEG ablöst. Es setzt die 65-%-Pflicht bis zum 1. November 2026 aus und ersetzt sie anschließend durch mehr Wahlfreiheit bei der Heizung (eine schrittweise „Bio-Treppe" ab 2029). Das Gesetz muss noch durch den Bundesrat – voraussichtlich im Oktober 2026.
Für Eigentümer heißt das: Der Modernisierungsdruck bleibt – über die kommunale Wärmeplanung, steigende Energiestandards und die Förderlogik –, aber der starre 65-%-Stichtag fällt vorerst weg. Wer jetzt saniert, gewinnt vor allem eines: Zeit, es richtig zu machen.
Energetische Modernisierung ist sinnvoll – aber sie verändert, wie ein Gebäude funktioniert. Und genau hier entsteht ein Risiko, das viele erst Monate später bemerken.
Der blinde Fleck: Effizienz verändert das Feuchteverhalten
Wer ein Gebäude dichter und effizienter macht – neue Fenster, gedämmte Wände, eine andere Heizungsart – verschiebt den Taupunkt. Vereinfacht gesagt: die Stelle, an der warme, feuchte Innenluft auf eine kühle Fläche trifft und Wasser entstehen lässt, wandert.
Ohne ein abgestimmtes Lüftungs- und Feuchtekonzept sammelt sich diese Feuchtigkeit dort, wo niemand hinsieht: hinter der neuen Dämmung, in Anschlussfugen, in kalten Ecken. Aus einer geförderten, gut gemeinten Modernisierung wird so ein Schimmel- oder Bauschadensfall – mit Kosten, die den Effizienzgewinn schnell auffressen.
Das ist kein Argument gegen die Modernisierung. Es ist ein Argument dafür, sie bauphysikalisch richtig zu machen.
Drei Fragen, die Sie vor der Modernisierung klären sollten
- Taupunkt: Wie verändern neue Dämmung und Heizungsart den Taupunkt in Wand und Dach?
- Lüftung: Ist die Lüftung auf die jetzt dichtere Gebäudehülle abgestimmt – oder fehlt der kontrollierte Luftwechsel?
- Altlasten: Gibt es bereits Feuchtequellen, die nach der Sanierung „eingeschlossen" werden und dann unsichtbar weiterarbeiten?
Wer diese drei Punkte vor Arbeitsbeginn beantwortet, vermeidet die häufigsten Folgeschäden energetischer Sanierungen.
Wie Peak Care begleitet
Peak Care ist kein Heizungsbauer und kein Förderberater. Wir kümmern uns um die bauphysikalische und feuchtetechnische Seite Ihrer Modernisierung:
- Feuchte- und Taupunkt-Analyse vor Beginn der Arbeiten,
- Bewertung, wie sich die geplante Maßnahme auf das Feuchteverhalten auswirkt,
- ein Konzept, das dafür sorgt, dass Ihr Gebäude nach der Sanierung gesünder ist als vorher – nicht anfälliger.
So wird aus der Modernisierung eine echte Wertsteigerung statt eines versteckten Risikos.
Förderfähigkeit, Fristen und rechtliche Vorgaben sind individuell zu prüfen – dieser Beitrag ist keine Rechts- oder Förderberatung. Jede Einschätzung erfolgt projektbezogen nach Begutachtung. Unverbindliche Beratung auf Anfrage.
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